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I whispered in the Devils ear "I am the storm"
Szenen-Informationen
Charaktere Ari Rodriguez » Filip Sutherland
Datum 02.10.2017
Ort Verkehrstunnel in der Stadt
Tageszeit Nachmittag
ALL YOU NEED IS ME

29 Jahre

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#1
Ein verdammter Hurricane. Ein echter, verdammter Hurricane. War das zu glauben? Nicht, dass es vollkommen unrealistisch war, schließlich war ihr Leben in diesem Jahr ziemlich aus den Fugen geraten. Aber heute hätte eigentlich ein Tag zum Feiern sein sollen. Deacon hatte ihr gestern Abend mitgeteilt, dass sie ihn hatten. Sie hatten Jordan Russo festgenommen. Die Erleichterung, die sie bei dieser kurzen Nachricht empfunden hatte, war kaum zu beschreiben. Die letzten Monate waren eine Achterbahn der Gefühle gewesen. Angst, Unsicherheiten. Dieses Gemisch von Emotionen hatte sie wie ein Pulverfass mit sich herumgetragen, immer darauf vorbereitet, dass es irgendwann explodieren würde. Umso glücklicher hatte sie sein wollen, dass dieser Horror nun endlich zum Ende kam. Endlich würde sie nachts wieder schlafen können, ohne den Wunsch überall im Haus das Licht anzulassen. Sie würde wieder in ihren Garten gehen können. Himmel, endlich wieder in den Whirlpool!

Natürlich gab es nun auch andere Faktoren, die sie überdenken musste. Deacon beispielsweise. Seit ihren Tagen im Sumpf waren sie..ja, was waren sie eigentlich? Keiner von beiden hatte das Thema jemals angesprochen. Nachdem sie aus dem Sumpf zurückgekehrt waren, hatte Ari damit gerechnet, dass Deacon und sie wieder etwas distanziertes Verhältnis haben würden, ein professionelles. Und doch hatte der Detective fast jede Nacht in ihrem Bett verbracht oder auch mit ihr. Dass sie dieser Zustand verwirrte und verunsicherte, behielt sie für sich. Ebenso wie ihre Gefühle. Denn..Gefühle? Eine undankbare Verkettung der Umstände. Es war der Situation geschuldet, jawohl. Denn nun, wo der Fall beendet war, hatte Deacon sicherlich Besseres zu tun, als sich weiterhin um sie zu kümmern. Er hatte sein Leben, sie hatte ihr Leben. Die Aussicht war…betrübend.

Nachdenklich steuerte Ari ihren schwarzen Camaro durch die chaotischen Zustände der Stadt. Seit gestern der Notstand ausgerufen worden war, hatte sich ein Beben durch die Straßen von Miami bewegt und die Leute aufgescheucht. Entweder hatten sie begonnen die Märkte leer zu kaufen oder waren in ihre Autos gestiegen und geflüchtet. Sie selbst war beim Camille gewesen, die krank zu Haus lag und sich und ihr Kind deswegen hatte nicht in Sicherheit bringen können. Ari hatte versucht sie zu überreden, dass sie sie mit ins Cage nahm. Das Cage beherbergte einen komplett ausgebauten Keller, der auch für Katastrophen ausgestattet war und Blake hatte seinen Angestellten angeboten, dass sie dort unterkommen konnten. Doch Camille war zu schwach und wurde bei ihren Nachbarn untergebracht. Und so hatte Ari die Vorräte abgeliefert, war wieder in ihren Wagen gestiegen und auf dem Weg zum Club.

Die Straßen waren Richtung Stadtauswärts verstopft, sie selbst hatte kaum Probleme durchzukommen. Das Problem war dennoch die Zeit. Der Himmel wirkte in verschiedenen Blau- und Grautönen bedrohlich, der Wind peitschte ums Auto und sie spürte jede Böhe, die das Auto ergriff. Aris Finger waren blass, während sie das Lenkrad fest umklammerte und in den Tunnel steuerte, der die Verbindung nach Downtown war. Kurz vor dem Tunnel begann die Hölle. Wind und Regen peitschten gnadenlos gegen die Scheiben, dass sie kaum noch freie Sicht hatte, das Auto schunkelte verdächtig und Ari versuchte verzweifelt dagegen zu steuern. Ein Ruck ging durch ihren ganzen Körper, als der Wagen plötzlich mit einem Ruck am Heck um die eigene Achse gewirbelt wurde und dann mit quietschenden an der Wand des Tunnels zum stehen kam. Ari spürte, wie ihr durch den Aufprall die Luft aus der Lunge gepresst wurde und sie japste kurz panisch auf, versuchte Sauerstoff einzuatmen. Starr vor Schreck, umklammerte sie noch immer das Lenkrad, während ihr Wagen längs gegen die Tunnelwand gepresst worden war. Zitternd versuchte sie den Motor zu starten, doch das verdächtige Rauchen am vorderen, rechten Reifen, ließen sie innehalten.

"Fuck…" hauchte sie mit bibbernder Stimme und griff blindlings zu ihrer Tasche auf dem Beifahrersitz. Sie musste Blake anrufen, sie musste ihren Bruder benachrichtigen, sie musste Deacon..sie musste ihn zumindest in Kenntnis setzen, wo sie war. Ihr Empfang war schlecht, dennoch versuchte sie es. Unfall. Mir geht's gut. Häng im Tunnel nach Downtown fest. Melde mich, sobald es geht. Sie beobachtete den Status der Nachricht und seufzte erleichtert, dass die Nachricht noch versendet wurde. Kurz schloss die Tänzerin die Augen und bemerkte, dass ihr die Schultern durch den Sicherheitsgurt schmerzte. Ächzend löste Ari den Gurt, betastete ihre Lippen und bemerkte, dass die Unterlippe aufgeplatzt war. Wahrscheinlich hatte sie auf diese gebissen, das Blut schmeckte sie auf ihrer Zunge nur zu deutlich. Durch den Rückspiegel erkannte sie, dass sie ziemlich weit in den Tunnel hineingeschoben wurde. Es war nur ein trübes Licht und Ari rieb sich über die Arme. Sie wollte die Heizung anmachen und auch das Licht, traute sich aber noch nicht so früh den Strom des Autos zu nutzen. Stattdessen griff sie wieder nach ihrem Smartphone, wollte die Polizei anrufen. Doch das Display des Gerätes blieb schwarz. Akku tot. Ari schloss die Augen, versuchte gegen die langsam aufkeimende Panik anzukämpfen.



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Detective

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#2
Obwohl Nirvana ihm versichert hatte, dass alles gut sei und er nicht extra vorbei kommen müsste um sich selbst davon zu überzeugen blieb der Rest eines schlechten Gewissens übrig. Er hätte einfach gehen sollen, nach ihr schauen sollen. Nur um sicher zu sein, dass sie ihn nicht doch anlog und sie in Wirklichkeit mit einem gebrochenen Bein irgendwo im inhale lag. Bei dem Gedanken wurde ihm übel, doch er würde ihr glauben müssen. Generell war es großes Glück gewesen, dass er es geschafft hatte sie telefonisch zu erreichen und das wusste er. Die Netze waren überlastet. Seit dem Hurricane versuchte jeder Verwandte, Bekannte und Freunde zu erreichen um sich von deren Gesundheit zu vergewissern oder ihnen mitzuteilen, dass es einem selbst gut ging. Notunterkünfte waren überfordert und überfüllt mit Opfern des Sturms. Feuerwehren und Polizisten im Dauereinsatz. Der Notstand war ausgerufen worden und das hieß, dass es die nächsten Tage 24 Stunden Schichten zu bewältigen gab. Keine Pause, kaum Schlaf. Es ging einfach nicht. Jeder war müde, jeder war mit der Situation überfordert aber jede helfende Hand wurde benötigt um dem herrschenden Chaos irgendwie Herr zu werden.
Filip fuhr sich mit der flachen Hand durch das Gesicht. Seit gestern der Notstand ausgerufen wurde war er im Einsatz, hatte die Nacht auf heute mit Kaffee, Scotch und powernapping hinter sich gebracht. Richtig schlafen war unmöglich gewesen und deshalb wunderte es wohl auch nicht, dass er alles andere als ausgeschlafen aussah. Sein Bart, der sonst penibel genau auf den Schnäuzer reduziert war, wies erste Stoppeln an Wange, Kinn und Hals auf. Keine Zeit für Schönheitsideale.

Sie waren in zweiter Teams eingeteilt und auf die Suche nach Hilfsbedürftigen geschickt worden. Leute, die es nicht rechtzeitig in die Notunterkünfte geschafft hatten oder schaffen wollten. Leute, die der Meinung waren, dass so ein laues Windchen nicht weiter schlimm sei und sie erst bei Sharknado mäßigen Zuständen das Weite suchen würden. Leute, die der Meinung waren, dass sie sich durch so ein Wetter nicht von ihren Alltagsroutinen abbringen ließen.
Sein Kollege Josh, ungefähr in seinem Alter und in der Lage ihn trotz seines Akzents zu verstehen, war bei einer kleinen Familie geblieben die Schutz in ihrer Gartenhütte gesucht hatten. Wie auch immer sie auf die Idee gekommen waren das die kleine hölzerne Hütte sicherer sei als ihr Haus. Während sich Josh also um die fünfköpfige Familie kümmerte und gemeinsam mit ihnen auf den Rettungswagen der Feuerwehr wartete, beschloss Filip weiter zu suchen. Es wäre ohnehin nur Zeitverschwendung gewesen und Zeit besaßen sie momentan keine. Der Himmel wirkte in seinen dunklen, trostlosen Farben bedrohlich und der Wind nahm von Minute zu Minute zu. Filip musste gegen die Kraft des Windes steuern, kämpfte damit die Kontrolle über den Wagen nicht doch noch zu verlieren. "Scheiße", knurrte er als der Himmel über ihm riss und sich der Regen über den Wagen ergoss. Die Scheibenwischer konnten den Unmengen an Regen nicht annähernd Herr werden, weshalb Filip die nächsten Meter im Blindflug hinter sich brachte. Er konnte nur hoffen, dass niemand so dumm war und jetzt auf die Straße sprang oder irgendwas auf die Straße geschleudert wurde. Wenn das hier vorbei war würde er Urlaub nehmen. Eine Woche, mindestens. Er dachte an Nirvana und Lewis, an Yen und April die hoffentlich in Sicherheit waren und für die nächsten Tage keinen Fuß mehr hinaus in das Chaos setzen würden.

Der Schotte bemerkte erst das er in einem Tunnel war, als der Regen nachließ und das Hämmern der Regentropfen auf die Karosserie leiser wurde und letztlich vollkommen verstummte. Die Scheibenwischer schafften klare Sicht. Wenn er sich nicht irrte war er im Tunnel Richtung Downtown. Schwerfällig löste er seine Finger vom Lenkrad. Er hatte Probleme seine Finger zu öffnen, so fest hatte er sich in das Leder vergriffen und seufzte leise, als er es endlich geschafft hatte. Probehalber schloss und öffnete er die Finger, schüttelte sie ein wenig weshalb sie langsam wieder eine normale Färbung annahmen.
Erst jetzt schnallte er sich ab, öffnete die Autotüre und stieg aus. Es war dunkel und der Sturm pfiff durch den Tunnel, doch er konnte niemanden erkennen. Niemand, der hier seine eigene Notunterkunft aufgeschlagen hatte. Erst auf den zweiten Blick bemerkte er das Auto, das gegen die Tunnelwand gepresst worden war. Da hatte also noch jemand kein Glück gehabt. Im Lautschritt kam er auf das Auto zu. Von außen war kaum ein Schaden zu erkennen. Wahrscheinlich hatte die Seite, die der Tunnelwand zugekehrt war, einiges abbekommen. Reiner Blechschaden, nichts schlimmes. Doch das Auto hatte sich immerhin nicht überschlagen und das hätte im Anbetracht der draußen herrschenden Wetterverhältnisse durchaus passieren können.

Es dauerte nicht lange bis Filip das Auto erreicht hatte, durchs Fenster blickte und augenblicklich die darin sitzende Frau erkannte. Ari. "Fuck me", fluchte der Schotte, riss ohne Ankündigung die Türe auf. "Ari ich bin's, Filip", erklärte er dann, legte ihr die rechte Hand vorsichtig in den Nacken. Nun, zumindest war sie nicht ohnmächtig geworden. Ihre Lippe war aufgeplatzt und generell sah sie ein wenig mitgenommen aus. Wahrscheinlich der Schock. Aber offene Brüche oder blutende, klaffende Wunden konnte er auf Anhieb keine erkennen. "Kannst du aussteigen?"



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#3
Sie musste einige Minuten die Augen schließen, kurz verarbeiten, was gerade geschehen war. Ari dachte an Clay, der sicherlich völlig verängstigt an Cole Severides Seite stand und auf sie wartete. Der Security-Chef war einer der wenigen männlichen Bekanntschaften von Ari, den der Mastiff anstandslos akzeptierte, daher musste sie sich keine Sorgen machen, dass es dem Hund an etwas fehlen würde. Sie selbst…ihr tat das Kinn weh, die Lippen blutete und hatte ihr Gesicht damit verschmiert, was sicherlich aussah wie in einem schlechten Horrorfilm. Und wahrscheinlich könnte sie in einigen Tagen darüber lachen, aber aktuell tat ihr alles weh, wenn sie sich auch sicher war, dass sie sich nichts gebrochen hatte. Es fühlte sich eher an wie…ja. Wie, als würde man mit seinem Auto gegen eine Mauer gekracht sein. Sie wollte noch einmal die Augen zumache, sich einen Moment lang in ihrem Selbstmitleid suhlen. Auto: Aktuell nicht so fahrtüchtig, wie gewollt. Mann: Aktuell nicht so verfügbar wie gewünscht. Eigener Körperlicher Zustand: Könnte wahrlich besser sein.

Seufzend schluckte die Tänzerin und zuckte leicht zusammen. Warum tat nur alles weh? Grummelnd schloss Ari erneut die Augen und wartete auf irgendein Zeichen. Ein Anruf von Deacon, ihrem Bruder, Blake..und wurde sogleich aus ihrem dämmrigen Zustand gerissen, als die Tür ihres Wagens aufging. Ihr Herz hämmerte sofort gegen ihre Brust, denn sofort dachte sie daran, dass vielleicht schon Plünderer oder sonstige seltsame Gestalten unterwegs waren. Und sie würde sich nicht verteidigen können, sie würde...
Die vertraute Stimme beruhigte die Halbkubanerin sofort und sie bewegte ihren Kopf langsam nach links, um in das Gesicht ihres Lieblingsschotten zu schauen. Ari brachte ein zittriges Lächeln zustande. "Filip…" begann sie und schluckte noch einmal. "...wow. Da muss erst ein Hurricane über die Stadt fegen, damit du mich noch einmal besuchst.." erwiderte sie trocken und versuchte es mit einem leichten Grinsen. Sie war ihm nicht böse, er war schließlich einer ihrer liebsten Kunden gewesen. Und auch wenn sie so ihre Probleme mit dem Wort "Vertrauen" hatte, so vertraute sie dem Schotten. Und das war gerade Gold wert.

Sie spürte seine warme Hand in ihrem Nacken atmete einige Male tief ein und aus. "Lass mich den Gurt lösen. Ich schau mal..ich..ich hab nur einige Lebensmittel zu einer Kollegin gebracht und wollte mich jetzt nach Downtown begeben. Die Kellerräume sind unser Rückzugsort. Der Wind..er hat mich regelrecht in den Tunnel gedrückt, ich konnte nicht dagegen steuern." Ihre Stimme bebte leicht, als sie den Blick von Filip suchte. "Ich wollte erst mit dem Motorrad fahren, dachte, ich wär dann schneller..." Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie auf ihrem Zweirad unterwegs gewesen wäre. Ihre rechte Hand löste den Gurt und sie drehte ihren Körper aus dem Auto, zuckte aber immer wieder zusammen. Zischend holte die Brünette Luft. "Mist..ich glaube ich habe mir die Rippen geprellt und…au." Sie deutete auf ihren linken Knöchel, der verdächtig anschwoll. Nein, sie war gar nicht genervt. Nicht ein bisschen. Vielleicht ein bisschen. Okay, sie war wirklich genervt.

Vorsichtig griff Ari nach den Schultern von Filip und zog sich hoch, wobei die Berührung ihres Fußes mit dem Boden ihr fast Tränen in die Augen trieb. Aber die Tänzerin wär nicht sie selbst, wenn sie dies nicht wegstecken würde mit purer Willenskraft. Das hatte sie schließlich die letzten Jahre andauernd getan. Schnaufend stützte sie sich bei Filip ab, sah sich nach seinem Wagen um. Oder irgendetwas Fahrbaren. Zweifelnd schaute sie wieder hoch zu Filip. "Lass mich raten. Wir sitzen hier fest?" Mit der Hand deutete sie auf den Tunneleingang, der einen leichten Wind in den Tunnel drückte, während das Wasser wie in Sturzbächen herunterkam. Schluckend drehte sie sich wieder zu Filip. "Bitte sag mir, dass du einen Plan hast."



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#4

Filip war mehr als erleichtert, dass es Ari gut ging. Nun, den Umständen entsprechend gut ging. Ihre Lippe blutete und auch wenn sie sich reichlich Mühe gab, konnte er in dem Ausdruck ihres Gesichts erkennen das sie Schmerzen hatte. So wie ihr Auto gegen die Wand gepresst war, hatte es sicherlich einen ordentlichen Schlag gegeben. Ein Wunder das der Airbag nicht aufgegangen war und noch mehr Schaden verursacht hatte. Er legte ihr vorsichtig die Hand in den Nacken, stabilisierte sie falls der Unfall doch mehr Schaden angerichtet hatte als es offensichtlich zu erkennen war. Doch Ari drehte ihren Kopf in seine Richtung, was ihn erleichtert ausatmen ließ. Wirbelsäule war also in Ordnung.
“Da muss erst ein Hurricane über die Stadt fegen, damit du mich noch einmal besuchst...“ Sie lächelte, er ebenfalls. Kurz dachte er an Nirvana, die hoffentlich in Sicherheit war und von all den Problemen, die dieses Wetter mich sich brachte, verschont blieb. „Ich weiß, ich weiß“, entschuldigte er sich, „Momentan ist es nur etwas… ungünstig.“ Er lächelte und wenn Ari den Schotten in diesem Moment genauer betrachtete, würde sie die roten Ohren bemerken und das übernatürliche, breite Grinsen. Filip hatte ihr schon mal erzählt wie er zum cagein Bezug auf Beziehungen stand. Er gehörte nicht zu den Kunden, die selbst dann, wenn sie in einer festen Beziehung waren, fremde Frauen an ihrem Schoß räkeln ließen oder sich daran aufgeilten wenn sie sich an einer Stange rieb und sich dabei sonst was vorstellten. „Aber wenn du willst lade ich dich gerne abseits des cage mal auf ein Bier ein?“ Das, was Filip hier betrieb war weniger Smalltalk als viel mehr eine Art der Ablenkung. Je mehr er sprach und je mehr Ari auf andere Gedanken gebracht wurde desto eher würde sie ihre Situation vergessen oder wenigstens nicht mehr so schlimm wahrnehmen.

Ari löste den Gurt, erzählte ihm warum sie noch unterwegs gewesen war. Rein menschlich war es durchaus fürsorglich von ihr gewesen sich selbst bei diesem Wetter um eine andere Person zu kümmern. Aus polizeilicher Sicht jedoch war es mehr als fahrlässig gewesen. Es gab einfachere Wege um sich umzubringen. „Vorsichtig“, meinte er und streckte ihr gleich die andere Hand entgegen. „Mit verärgerten Rippen ist nicht zu Spaßen.“ Immerhin sprach er da aus Erfahrung. Sein kleines Zwischenfall, der mit einer Menge Schmerzmittel endete, war noch nicht so lange her. Ehrlich gesagt hatte er erst vor wenigen Wochen aufgehört die Tabletten regelmäßig zu schlucken.
Vorsichtig griff Ari nach seiner Schulter, zog sich so selbstständig aus dem Auto heraus und verzog das Gesicht als sie versuchte aufzutreten. Ihr Knöchel war deutlich geschwollen, was Filip missmutig brummen ließ. Das war gar nicht gut. Stützend schlang er den Arm um ihre Hüfte, griff mit der freien Hand nach dem Arm den sie ihm um den Hals gelegt hatte. „Aye, ich befürchte schon“, bestätigte der Detective ihre Vermutung das sie festsaßen und führte sie langsam zur Tunnelwand. Vorsichtig ließ er sie hinab, lehnte sie rücklings gegen die Wand. „Ich werde dir erstmal was zum kühlen besorgen, sonst kannst du die nächsten Wochen zu Hause für dich allein tanzen.“ Er zwinkerte ihr zu, flitzte dann zu seinem Auto und kam mit einem kleinen weißen Plastikbeutel zurück. „Wurde der Kerl, der hinter dir her ist, eigentlich gefasst?“ Wahrscheinlich, sonst würde sie nicht alleine und ohne Begleitung des miesgelaunten Detectives durch die Gegend fahren. Während er sprach ließ er das Kältekissen platzen, knetete die Masse ein paar mal ehe er sich die Jacke auszog und diese um das Pad wickelte. Dann positionierte er alles auf den geschwollenen Knöchel und setzte sich neben sie. „Bei dem, was da draußen wütet“, er nickte Richtung Tunnelausgang, „Würde ich vorschlagen wir bleiben hier sitzen und warten ab. Zumindest so lange bis wir gefahrlos den Tunnel verlassen können.“ Filip zuckte hilflos mit den Schultern. Nicht die besten Voraussetzungen, jedoch gab es aus durchaus schlimmere Personen mit denen er hier im Tunnel hätte festsitzen können.



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#5
„Du musst dich nicht rechtfertigen, Filip. Je weniger ich dich beruflich zu Gesicht bekomme, kann ich davon ausgehen, dass es dir aktuell ziemlich gut geht.“ Erwiderte die Dunkelhaarige und lächelte leicht, als sie die verdächtig rot leuchtenden Ohren des Detective sah. „Ich hoffe, dass sie dich verdient hat…“ Die Vorstellung, dass Filip an die falsche Frau geraten könnte, gefiel ihr nicht. Vielleicht, weil sie sie ihn ausnahmslos als einen wirklich netten Mann kennen gelernt hatte. Ein loyaler, hilfsbereiter Mann. Ari erinnerte sich nur zu gut daran, dass er ihr seine Handynummer gegeben hatte und sie sich nicht ein einziges Mal gemeldet hatte. Was mit einem Beschützer wie Deacon an der Seite auch eher weniger klappen konnte, wenn man jeden männlichen Bekannten aus den Ermittlungen hatte raushalten wollen. „Und keine Angst..ich versuch so flach wie möglich zu atmen, damit meine Rippen nicht zu viel abbekommen…“ Was natürlich einfacher war, als getan. Denn es tat ihr einfach nur weh sich zu bewegen, selbst die kleinen Atemzüge.

Seufzend ließ sie sich von dem Polizisten zur Tunnelwand führen und langsam nach unten sinken. Ihr Fuß schmerzte wie verrückt und machte sie bewegungsunfähig. Dass das zu dem ungünstigen Zeitpunkt passierte, den es gab, das war ihr bewusst. Schließlich mussten sie hier irgendwie wegkommen und solange Filip und sie keinen fahrbaren Untersatz auftreiben konnten, mussten sie hier ausharren. Oder vielleicht weiter in den Tunnel hineinlaufen, was für die Tänzerin gerade unmöglich war. „Und ich dachte der Tag würde mit einer schönen, kleinen Firmenfeier im Keller enden…“ murmelte Ari und verdrehte die Augen. Sie prüfte ihr Telefon und sah, dass Blake sie dreimal versucht hatte anzurufen. Sie konnte sich vorstellen, wie die Kiefermuskeln ihres Chefs am malmen waren, weil er sie nicht erreicht hatte und das Smartphone zeigte ihr deutlich, dass es keinen Empfang hatte. Bald würde Blake ihr eine GPS-Fußfessel umbinden. Schon ihr Ausflug in den Sumpf hatte dem Eigentümer des Cage nicht gefallen, ebenso wenig wie Deacons regelmäßige Besuche im Club. Und nun war sein Schützling – wie er seine Angestellten gerne ironisch bezeichnete – erneut verschwunden. Ja, Blake Cavanaugh würde gerade ziemlich finster dreinschauen.

„Danke…“ hauchte sie, als Filip nun losging, um ihr etwas zum Kühlen zu besorgen und lächelte sogleich, als der Detective ihr einen Eisbeutel hinhielt und Ari diesen nun gegen ihren Knöchel presste. Nicht angenehm. Kurz verzog sie wieder das Gesicht. „Der Mann wurde gefasst und soll heute vom Detective und seinem Lieutenant verhöhrt werden, um ein Geständnis zu bekommen.“ Noch immer hoffte sie, dass Deacon ihre Nachricht erhalten hatte. Er konnte zwar momentan nichts tun, aber sie wollte, dass er Bescheid wusste, wo sie war. Am liebsten hätte sie sich nun in seine Arme geworfen und nach Hause bringen lassen, aber da dies unmöglich war, musste sie tapfer bleiben. Seit wann brauchst du denn einen Mann, um tapfer zu sein? Nein, natürlich brauchte sie den nicht! Pah!

„Ich denke du hast Recht. Unsere Möglichkeiten sind gerade sehr eingeschränkt.“ Nachdenklich blickte Ari ins Tunnelinnere, dass nach Downtown führte. „Glaubst du, dass hier noch andere festhängen?“ fragte sie skeptisch und deutete in den Tunnel. „Der Tunnel ist fast 1 Meile lang. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir hier alleine sind.“ Wer weiß, vielleicht hatten ja andere versucht hier Schutz zu suchen? Und ein funktionierendes Auto war auch im Bereich des Möglichen. Ari schlang ihre Arme um ihren Leib und lehnte ihren Kopf an Filips Schulter, während sie ihren Knöchel beäugte. „Also, dann erzähl mal von ihr. Und du weißt, wen ich meine. Erzähl mir, wie ihr euch kennen gelernt habt!“



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#6
"Ich hoffe, dass sie dich verdient hat..." Verlegten kratzte sich Filip am Hinterkopf. "Die Frage ist eher ob ich sie verdient habe", gestand er und zuckte ein wenig unbeholfen mit den Schultern. Tatsächlich war er die meiste Zeit der Meinung, dass Nirvana viel zu jung für ihn war und er ihr deshalb nichts zu bieten hatte. Er arbeitete zu viel und trank noch mehr, doch die Rothaarige schien mit all diesen Eigenschaften keinerlei Probleme zu haben. Oder aber sie beherrschte die Kunst der Täuschung so gut, dass sie es vor ihm komplett verbergen konnte. Filip hoffte einfach, dass er die ganze Sache zwischen sich und ihr nicht im Eifer des Gefechts gegen die nächst beste Wand fuhr. Zuzutrauen wäre es ihm und das machte ihm irgendwie Angst.

Der Detective kam mit dem Eispack aus dem Erste-Hilfe-Koffer zurück und beobachtete mit fachmännischem Blick wie sich Ari den Beutel gegen ihren geschwollenen Knöchel presste. "Verhöre bei dem Wetter sind anstrengend. Man ist mit den Gedanken die ganze Zeit wo anders. Freunde, Bekannte, Familie.", sagte Filip, während er sich wieder neben sie setzte. Ihm persönlich würde es unglaublich schwer fallen, aber Job war nun mal Job. Wenn man es nicht schaffte in solchen Ausnahmesituationen die Kontrolle über seine Gedanken und seine Emotionen zu behalten, dann war man nicht der richtige für diesen Beruf. Natürlich, Ausnahmen gab es immer. Je länger ein Verhör dauerte oder je schlimmer die vollstreckte Tat war, desto schwerer fiel es einem. Doch man musste sich zusammenreißen. Zu groß die Gefahr, dass der Täter wegen unangemessenem Verhalten des Polizisten wieder freikam. "Aber das wird schon. Hast du deine Aussage schon gemacht?"

Filip folgte ihm Blick tiefer in den Tunnel hinein. "Ich geh auch nicht davon aus, aber ich will dich ungern alleine lassen. Wer auch immer mit hier drin steckt wird wahrscheinlich schlau genug sein und abwarten bis es draußen wieder ruhiger wird." Zumindest wäre es schlau. "Wenn es dich beruhig fahren wir gleich zu dem Ausgang raus, sammeln mögliche andere Passanten ein und dann bring ich dich zum cage. Dann hast du zwar die kleinen Firmenfeier im Keller verpasst... aber ein bisschen Verlust ist immer, oder?" Ein Schmunzeln huschte über seine Lippen. Nun, zumindest verlor Filip nicht so schnell seinen Humor.
Ari bettete ihren Kopf an seine Schulter. "Also dann, erzähl mir von ihr. Und du weißt, wen ich meine. Erzähl mir, wie ihr euch kennengelernt habt." Der Schotte lächelte verlegen und blickte auf seine beige Hose hinab, strich mit der flachen Hand eine Falte aus dem Stoff. Typisches Fluchtverhalten von ihm. "Naja", begann er leise, räusperte sich, "Hab sie in ihrem Laden gesehen. Sie besitzt so einen Detox-grüner-Smoothie-Gesundheits-Öko-Laden nahe des Strands." Bei der Beschreibung des Ladens fuchtelte er unbestimmt mit den Händen um zu verdeutlichen, dass man sämtliche ökologisch abbaubaren Begriffe, die einem spontan einfielen, zusätzlich hätte einfügen können. "Hab dann, um ein Gesprächsthema zu haben, irgendeinen widerlichen Fenchel-Smoothie getrunken - ich hasse Fenchel! - und sie dann beim nächsten Besuch zum Burger Essen eingeladen. Getreu dem Motto, dass sie mal was anständiges zwischen den Zähnen braucht statt immer diesem Grünzeug." Klang weder aufregend noch außergewöhnlich und dennoch bekam Filip bei der Erzählung abermals rote Ohren. Manche Dinge ließen sich eben einfach nicht vermeiden oder gar verhindern. "Und dann haben wir uns hin und wieder getroffen und jetzt sind wir seit fast zwei Monaten am anbändeln. Naja, eigentlich sind wir zusammen." Ein zustimmendes Nicken folgte. Ja, man konnte das, was zwischen ihm und Nirvana war, durchaus als Beziehung bezeichnen. Zwar war er bisher noch nie bei ihr gewesen - aus Angst die anderen beiden kennenzulernen - und das berüchtigte L-Wort war bisher auch noch nicht gefallen, aber egal. Es fühlte sich gut und richtig an und das war alles was für den Schotten zählte. Der Rest würde schon irgendwann kommen, spätestens dann wenn er sich wirklich tausendprozentig sicher war, dass er Teil dieses polyamorösen Geflechts sein wollte und konnte. Denn bis auf dieses klitzekleine Problem war sich der Detective seiner Sache ziemlich sicher. Aber eins nach dem anderen. Bloß nichts überstürzen. Linker Fuß, rechter Fuß. "Nicht wirklich spannend, hm?", fragte er und schielte zu Ari, die noch immer ihren Kopf an seine Schulter gelehnt hatte. "Aber sie ist süß. Rote Haare, wunderschöne grüngraue Augen. Eine Stimme, die man nicht so schnell vergisst und Sommersprossen am ganzen Körper." Er folgte ein kurzes Schweigen und ein glückseliges Grinsen. Er mochte Sommersprossen. "Sie heißt Nirvana." Ob es peinlich war, wenn sich ein Mann so arg verliebt verhielt? Ach, wieso sollte es? Filip stand zu seinen Gefühlen und ob sich diese nun durch Fluchen, Lachen, Weinen oder eben, wie in diesem Fall, teenagerhaften Verliebtsein äußerste war ihm herzlich egal.

Das Nirvana der Grund war, warum er nicht mehr ins cage kam und er seine unregelmäßigen Besuche zur Zeit vollkommen eingestellt hatte, musste er nicht extra erwähnen. Immerhin war Ari auch selbstständig dahinter gekommen, dass es eine neue Frau in seinem Leben geben musste und irgendwie überraschte es ihn zu wissen, dass sie ihm bei diesem Gespräch damals ernsthaft zugehört und sich diese Info sogar gemerkt hatte. Gab definitiv Punkte auf Aris Sympathiekonto. "Und bei dir, lass? Irgendwas neues, was du mir erzählen magst? In zwei Monaten kann viel passieren..."



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#7
„Da ich sie nicht kenne, ist es mir wichtiger, dass sie dich verdient hat.“ Grinsend schüttelte Ari den Kopf. Seine Verlegenheit berührte sie und die Kubanerin konnte nicht anders, als ihm den Arm aufmunternd zu drücken. „Wichtig ist, dass ihr glücklich seid. Alles andere sind nur Nebengeräusche.“ So zumindest stellte es sich die Tänzerin vor, die selbst noch nie in einer Beziehung gelebt hatte. Wenngleich sie aktuell die Erfahrung machte, wie es denn sein könnte. Und es gefiel ihr. Es stellte sich jedoch die Frage, wie sich das nun alles entwickeln würde, wo Jordan doch in Polizeigewahrsam war und Deacon alles für die Anklage vorbereitete. Jordan. Noch immer spürte sie ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend, wenn sie daran dachte, dass ihr alter College-Freund wirklich diese Frauen getötet haben sollte und das alles wegen seiner zerstörten Journalisten-Karriere. Unvorstellbar. Einfach unvorstellbar.

Ari beobachtete, wie Filip nun losging, um, einen Erste-Hilfe-Koffer zu holen und zog in der Zeit ihr Smartphone aus der Tasche. Noch immer kein Empfang. Sie hoffte, dass Deacon ihre Nachricht bereits gelesen hatte und sich auf den Weg machen würde. Andernfalls würden sie hier vermutlich länger ausharren müssen, als gewünscht. Noch war der Stum nicht auf seinem Höhepunkt, die Chancen standen also nicht ganz schlecht, dass man sie noch finden würde. Ansonsten würden sie spätestens dann ein Problem bekommen, wenn es zu heftigen Gewittern kommen würde und diese den Tunnel schwemmen würden. Dankbar über die Kühle, drückte Ari den Beutel noch etwas fester gegen ihren geschwollenen Knöchel und schüttelte mit dem Kopf. „Noch nicht. Ich muss noch zu einer Gegenüberstellung und meine Aussage machen. Ich weiß nur nicht, wann das sein wird.“ Sie hoffte, dass dies schnellstmöglich geschehen würde. Sie wollte das Thema endlich begraben.

Glücklichweise begann der Detective nun von seiner Beziehung zu sprechen und Ari griente, dass Filip es scheinbar nicht gewohnt war, von Dingen wie diesen zu erzählen. Sie ja schließlich auch nicht! Und zwischen all dem Chaos der letzten Monate tat es einfach nur gut, endlich mal wieder eine ganz normale Liebesgeschichte zu hören. „Ich mag Smoothies…“ warf die Tänzerin daher schmunzelnd ein und kringelte sich etwas bei der Vorstellung, wie der Schotte neben ihr an einem Strohhalm nuckelte und sich grünen Brokkoli-Grünkohl-Fenchel-Smoothie einverleibte. Nein, er war da nicht der Typ für. „Eigentlich zusammen.“ Wiederholte Ari langsam und runzelte die Stirn. „Hattet ihr noch kein Gespräch?“ Das berühmt berüchtigte „Beziehungsgespräch“, was zur amerikanischen Dating-Kultur einfach dazu gehörte. Ohne dies war die Gefahr hoch, dass sich der andere Part doch noch in anderen Betten herumtrieb. Zumindest bei Deacon konnte sie sich momentan sicher sein, dass sie exklusiv waren. Der Polizist schlief schließlich fast jede Nacht bei ihr. „Zumindest klingt sie nett. Also halt dich ran, Filip. Nicht, dass sie dir jemand wegschnappt.“ Grinsend knuffte die Dunkelhaarige dem Polizisten in die Seite.

Auf die Frage des Schotten, verzog sich Ari kurz die Lippen zu einem kleinen Lächeln, das jedoch langsam wieder verschwand. „Nun, was soll es Neues geben? Nach dem diesen ganzen Theater wegen diesem Mann…“ Sie wollte nicht darüber reden, schüttelte sich. „Alles wird wieder gut werden. Bald wird alles wieder normal laufen. Außer, dass…“ Und damit landeten ihre Augen doch wieder auf Filip und musterten ihn langsam. „Was..hast du dich schon einmal in einen Menschen verliebt, für den du eigentlich nichts empfinden dürftest?“ Ob er jemals etwas derartiges mitgemacht hatte? Der Regen peitschte vor dem Tunnel, die Beleuchtung war mehr als dürftig und Ari fror leicht. Sie wollte sich gerade wieder entspannt an Filip lehnen, als sie ein Geräusch tiefer im Tunnel wahrnahm. Die Augen der Tänzerinnen wurden groß. Waren das Schritte? Mit klopfendem Herzen schaute sie zu dem Polizisten. „Was war das?“ Sie konnte sich nicht aufsetzen, nichts sehen. Und doch…es klang wie Schritte.



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#8
Nebengeräusche. Eine schöne Bezeichnung, auch wenn diese Nebengeräusche ziemlich laut waren und Kopfschmerzen bereiteten. Die Tatsache, dass es da noch zwei andere gab mit denen er sich Nirvana teilen musste belastete ihn immer noch und es würde wohl noch einige Zeit dauern bis er sich auch nur annähernd daran gewöhnt hatte. Konnte man sich daran überhaupt gewöhnen? Ach gewiss! Wenn man ein Bein verlor gewöhnte man sich immerhin auch daran. Da war so eine polyamoröse Beziehung im Vergleich doch gar nicht der Rede wert. "Danke", sagte der Schotte also nur und lächelte. Er wollte sie nicht mit in dieses komplizierte Geflecht ziehen und ihr damit noch mehr zum Denken geben. Sie hatte mit diesem kranken Stalker - der mittlerweile Gott sei Dank hinter Gittern saß - genug zu tun.

Filip lief los, besorgte ihr das Eispack aus dem Wagen was sie sich gleich an die betroffene Stelle ihres Knöchels drückte. "Wird wohl zeitnah passieren, man wird dich nicht länger als unbedingt nötig belasten wollen." Er zwinkerte ihr zu und weil er wusste, dass die meisten Opfer vor einer Gegenüberstellung am meisten Angst hatten fügte er zur Sicherheit hinzu: "Und denk dran, bei der Gegenüberstellung kannst nur du die Männer in dem Raum sehen. Sie sehen nur einen Spiegel. Aber das wird man dir vor Ort auch noch mal sagen, frag ob du kurz vorher den Raum von beiden Seiten sehen darfst. Das beruhigt ungemein." So eine Gegenüberstellung war nie leicht, da ging das Kopfkino mit einem durch. Da war es gut wenn man wusste, was die Gegenseite sehen beziehungsweise nicht sehen konnte.

"Wenn du Smoothies magst, kann ich dir ihren Laden nur empfehlen. Inhale heißt er ist anscheinend ziemlich gut besucht." Er zuckte mit den Schultern und verzog das Gesicht als könnte er es nicht ganz nachvollziehen. Aber das lag wohl eher an seiner nicht vorhandenen Vorliebe zu diesen Getränken als an der Qualität. "Sie macht alles frisch vor Ort und genug Auswahl gibt es auch." Zumindest wenn man keine Abneigung gegen Fenchel und Spinat besaß. "Diese roten Beerensmoothis kann ich dir empfehlen." Ja, die schmeckten ihm tatsächlich.
Filip sprach weiter und Ari wartete bis zum Schluss ehe sie ihre Frage stellte. "Eigentlich zusammen? Hattet ihr noch kein Gespräch?" Der Schotte sah sie für einen Augenblick mit großen Augen an, dann schüttelte er langsam den Kopf. "Du meinst so ein Beziehungsgespräch? Nein, hatten wir noch nicht." Bisher hatte er sich vor Gesprächen dieser Art erfolgreich gedrückt. Gab es in einer Beziehung wie sie Nirvana führte eigentlich solche Gespräche oder hieß es einfach nur Willkommen in der Familie. Er wusste es nicht. Vielleicht sollte er sie nach diesem Hurrikane mal fragen was das zwischen ihnen nun wirklich war. Wollte Nirvana eigentlich als Freundin oder, um es noch deutlicher zu machen, als Lebensabschnittsgefährtin bezeichnet werden? Himmel, sein Kopf begann schon wieder zu schmerzen. "Zumindest klingt sie nett. Also halt dich ran, Filip. NIcht, dass sie dir jemand wegschnappt." Sie knuffte ihm in die Seite und dennoch verlor er die Kontrolle über seine Gesichtszüge. Mit einem mal wirkte er ein bisschen verloren, vielleicht sogar überfordert. Eigentlich war sie ja schon lange weggeschnappt. Oft hatte er darüber nachgedacht das ganze aus diesem Grund einfach zu beenden. Ihr zu sagen, dass er damit wohl niemals klarkommen würde. Doch dann sah er ihr Lächeln, die Sommersprossen und die roten Haare und war ihr gleich wieder verfallen. Verdammte scheiße, er konnte und wollte sie einfach nicht vergessen. "Ich halt mich ran." Der Detective versuchte sich an einem Lächeln, scheiterte jedoch kläglich. Scheiß Situation.

Als Filip sie fragte ob es etwas neues ging reagierte sie ähnlich wie er kurzzuvor. Sie druckste herum und schaffte es dann doch die richtigen Worte zu finden. "Was... hast du dich schon einmal in einen Menschen verliebt, für den du eigentlich nichts empfinden dürftest?" Er schmunzelte und blickte die Tänzerin an. "Nirvana ist Anfang zwanzig, ich beinah vierzig. Also ja, die Antwort ist ja. Aber weißt du, Alter, Herkunft und Religion ist unwichtig wenn du die Person hinter all dem so sehr magst, dass jeder Gedanke um sie kreist." Vielleicht konnte Ari diese Antwort bei ihrem Problem helfen. "Vielleicht solltest du..." Er brach mitten im Satz ab, als auch er das Geräusch vernahm. Ari wurden augenblicklich ängstlich, er konnte ihr pochendes Herz regelrecht hören. "Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nur jemand der sich ebenfalls hier versteckt und uns sprechen gehör hat." Dennoch richtete sich der Detective auf, zog seine Waffe, spannte den Hahn und positionierte sie einsatzbereit vor seiner Brust. So war ein schneller Einsatz möglich und dennoch wirkte die Waffe im ersten Moment nicht als Bedrohung. Lag wahrscheinlich aber auch mit an seiner Ausbildung zum Soldaten, denn in den meisten Fällen richteten auch seine Kollegen die Waffe direkt mit ausgestrecktem Arm ins Nichts. "Bleib hier sitzen, ich schau schnell nach, okay?" Filip wartete nicht auf eine Antwort von ihr sondern machte sich gleich auf den Weg, immer tiefer in den Tunnel hinein.
Ihm war nicht wohl bei dem Gedanken Ari verletzt und verängstigt alleine zu lassen, doch es war seine Pflicht als Detective nach dem Rechten zu sehen. Immer wieder machte er sich durch Rufe in den dunklen Tunnel bemerkbar, doch da war nichts. Die Geräusche, die sie eben noch gehört hatten, waren verklungen. Kein weinen, kein winseln, kein Wort war zu hören. Wahrscheinlich hatte ihnen das Unwetter einen Streich gespielt. Es folgte noch ein letzer, unbestimmter Blick in die Dunkelheit des Tunnels, dann drehte sich der Schotte um und machte sich auf den Rückweg. In einigen Metern Entfernung konnte er bereits Ari erkennen, die noch immer an der Tunnelwand lehnte.
"Da war nichts", rief er laut in ihre Richtung, "wahrscheinlich hat uns der Sturm einen Streich..." Weiter kam er nicht. Irgendwas traf ihn hart am Kopf und sorgte dafür das erst die Waffe scheppernd zu Boden ging, anschließend er selbst. Schmerz flutete seinen Körper, als er ungeschützt und hart auf den Betonboden schlug. Filip hörte noch wie etwas, was wie Metall klang, auf den Boden geschmissen wurde, dann wie jemand an ihm vorbei ging. Danach wurde es dunkel um ihn herum.



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